Serenyas Licht – Die Reise des Kronlichts

Im tiefsten Teil des alten Buchenwaldes, wo die Bäume sich so dicht aneinander schmiegen, dass selbst das Sonnenlicht kaum ihre Kronen durchdringen kann, fand Serenya, die junge Waldelfe, ein versteinertes Amulett. Das Objekt schimmerte in einem schwachen, blauen Licht, das wie ein Herzschlag in der Dunkelheit klopfte. Als sie es berührte, spürte sie eine warme, doch unheilvolle Energie, die ihren ganzen Körper durchströmte. Eine flüsternde Stimme – nicht aus der Umgebung, sondern aus dem Inneren – versprach ihr unheilbaren Fluch, wenn sie das Amulett nicht einhielt. Doch an diesem Moment wusste Serenya nicht, was die Zukunft für sie bereithielt.

In den Nächten, als die Dorfbewohner des Nachbarlande – die Menschen von Silberholt – ihre Kerzen an die Wände des Waldrands klammerten, hörten sie das rascheltende Geräusch der Buchen. Sie sagten, dass der Fluch aus dem Herzen des Waldes entspräche. Ein jedes Dorf, das das alte Band zwischen den Bäumen sprengte, würde im Nebel verschwinden. Als die Leute von Silberholt zu dieser Erkenntnis kamen, riefen sie Serenya an die Grenze des Waldes. Sie forderten sie, die Quelle des Fluchs zu finden und zu zerstören, bevor die Dunkelheit die ganze Welt umfing.

Serenya, voller Mitleid und doch fest entschlossen, machte sich auf den Weg. Inmitten der Bäume, wo das Licht wie ein schillernder Teppich über den Boden legte, traf sie den weisen alten Druiden Alarion. Der Druide, der in einem schimmernden Leinenrock aus Blättern gekleidet war, nahm das versteinertes Amulett in seine Hand und erklärte ihr, dass es nicht nur ein Fluch sei, sondern ein Artefakt, das die Balance zwischen Licht und Dunkelheit aufrechterhält. Er gab ihr einen Kristall, der ihre Kräfte stärken und ihr die Fähigkeit geben würde, Lichtmagie zu kanalisieren. „Das ist dein Weg“, sagte Alarion mit tiefer Stimme, „und du musst es mit Demut und Liebe bewahren.“

Als sie Alarion verließ, wurde Serenya von einer Bande tückischer Orks verfolgt. Die Orks hatten den Geruch von Blut und Feuer im Blut des Amuletts spürt und wollten es für ihre finsteren Pläne nutzen. Sie drangen in den Nebel, um ihre Krallen aus dem Boden zu ziehen. Serenya stand ihr gegenüber und ließ ihre Hand in das Licht des Kristalls fallen. Das Licht, das ihr nun von Alarion vererbt wurde, erstrahlte in einem wahren Schein. Sie nutzte die Kraft, um ihre Feinde zu vertreiben, indem sie funkelnde Lichtstrahlen in die Augen der Orks schlug. Der Blitz verfehlte ihr Ziel, und die Orks, die bereits vor ihr flüsterten, rannten in alle Richtungen davon.

In der Nacht, in dem das Tal der Nebel, in dem das Licht des Mondes nur als ein grauer Schleier war, erschien ein mystisches Wesen vor Serenya. Ein schimmernder Hauch des Lichts und einer leuchtenden, schimmernden Rinde, das wie ein Schmetterling in der Luft schwebte. Es sprach mit einer Stimme, die die Bäume selbst zu hören schien: „Du bist das Auserwählte, um das Kronlicht zu retten. Es ist das Herz, das die ganze Welt mit Leben versorgt. Du musst die Prüfungen von Feuer, Wasser und Erde bestehen und die Balance wiederherstellen.“

Der Pfad zum Kronlicht führte durch einen Wald, der von drei Elementen umgeben war. Das erste Element, das Feuer, war ein schimmernder Wald von Feuerbäumen, die ihre Zweige wie Flammen leuchteten. Das zweite Element, das Wasser, war ein kristalliner See, in dem die Wellen in einem sanften Rhythmus auf den Boden schlugen. Das dritte Element, die Erde, war ein tiefes Tal, das von einer riesigen Mauer aus Stein umgeben war, die von alten Runen durchzogen war. Serenya stellte sich der ersten Prüfung des Feuers. Sie sah die Flammen, die in ihr Feuer entfachten. Dann stellte sie die Prüfung des Wassers. Das Wasser spürte ihre tiefe Liebe zum Leben und ließ ihr Flüsse durch ihr Herz laufen. Schließlich stellte sie sich der Erde, die ihr die Kraft gab, ihre Seele mit dem Boden zu verbinden.

Der Höhepunkt ihrer Reise war ein epischer Kampf im Herzen des vergessenen Palastes, wo die Orks ihre letzten Bemühungen um das Amulett unternommen hatten. Die Bäume des Palastes wurden von dem Fluch umgeben, das Feuer, das die Wände des Palastes glühte. Serenya war in der Lage, ihr Licht zu bündeln und sie in ein mächtiges Licht zu führen. Das Licht wurde von den Orks erschüttert und die Feuer, die das Schloss umgeben, flüsterten in der Nacht des Krieges. Der Palast wurde von der Macht des Kronlichts durchdrungen, und die Orks wurden besiegt.

In dem Moment, als das Licht der Sonne die Wände des Palastes erhellte, zerstörte Serenya das versteinertes Amulett. Das Amulett flackerte, als es zerbrach und die Dunkelheit in der Luft verteilte, die ihre Körper auf die Seite drückte. Die Dunkelheit verschwand, und die Erde atmete wieder. Das Kronlicht erstrahlte in neuem Glanz, und die Götter des Waldes jubelten. Serenya, die von der Götterwelt erhoben worden war, war nun die Beschützerin des Waldes. Sie kehrte nach Hause zurück, um die Dorfbewohner zu zeigen, dass ihre Welt sicher war.

Als Heldin wurde Serenya gefeiert und als Beschützerin des Waldes geehrt. Der Klang der Flöte, die von den Bäumen in den Abend windet, und das Licht, das durch die Bäume strömte, erinnerten an ihre Reise. In ihrem Herzen trug sie die Erinnerung an die Prüfungen und die Erkenntnis, dass wahre Macht nicht im Besitzen von Artefakten, sondern im Mut und in der Freundschaft liegt. Sie wusste, dass die Götter des Waldes ihr Vertrauen geschenkt hatten und dass sie immer in der Lage sein würde, die Welt zu retten, wenn sie ihr Herz in ihre Kraft steckte.

So endete die Geschichte von Serenya, der jungen Waldelfe, die das Kronlicht rettete. Ihre Erinnerung lebt weiter in den Wäldern, den Geschichten der Menschen und in jedem Licht, das die Welt erleuchtet.


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